Die Geschichte des Leuchtturms

Die Geschichte des Leuchtturms

Leuchttürme, die Schiffen in zahllosen Jahrhunderten als Leuchtfeuer dienten und am Horizont eine spektakuläre Kulisse bilden, strahlen die Faszination der Vergangenheit aus. Die Blitzlichter, die einst ganz schlicht als primitive Flamme begonnen haben, blicken bis zu ihrer heutigen Automatisierung auf einen langen Weg zurück.

Ihre historischen Anfänge reichen zurück bis nach Ägypten, wo eines der sieben Weltwunder der Antike tatsächlich ein Leuchtturm war. Der erste historisch verzeichnete Leuchtturm war Pharos von Alexandria, Ägypten. Der 280 v. Chr. gebaute Turm hatte an seiner Spitze ein riesiges Feuer als Leuchtquelle brennen. Er war mit massiven 137 m nicht nur der erste der Welt, sondern auch der höchste, der je gebaut wurde.

In der Antike benutzten Seefahrer lange, bevor die eigentlichen Türme eine Art von Lampe trugen, künstlich angelegte Felshaufen als Tages-Wegmarkierungen und das Glühen von Vulkanen als Orientierung bei Nacht. Auf Landspitzen sitzende Lagerfeuer oder auch aufwändigere brennende Kohlenbecken oder Metallkörbe wurden ebenfalls eingesetzt. In Irland wurden Kohlenbecken schon seit dem 5. Jahrhundert angezündet. Ein kluger Mönch namens Saint Dubhán unterhielt in Hook Head ein Leuchtfeuer, um Seeleute vor der felsigen Küste zu warnen und einen Schiffbruch zu verhindern.

Um 1600 stand an der Landzunge Old Head of Kinsale in Cork der erste echte Leuchtturm im unverkennbar irischen Baustil. Der Leuchtturm im Stil eines Cottages beherbergte in einem Dach-Kohlenbecken ein offenes Kohlefeuer. Erstaunlicherweise steht die Ruine dieses ungewöhnlichen Leuchtturms noch heute. Schauen Sie doch einmal vorbei, wenn Sie gerade Ballycotton oder Galley Head in Cork besuchen.

Und dann kam die Technik

In zahlreichen Jahrhunderten konnten Lichtquellen und -qualität nach und nach verbessert werden. Stufenweise ging es voran – nach Holzfeuer, Kohle und Substanzen wie Pech und geteertem Werg. Zeitweise bestand eine Lampe sogar aus Kerzenreihen! Spider-Lampen wurden bereits vor Einführung des revolutionären Parabolreflektors des 17. Jh. verwendet.

Dieses Wunder der Industrie bestand aus einem schalenartigen Gerät mit einer kleinen Öllampe in der Mitte. Das Licht der Lampe wurde gebündelt und zu einem Strahl gelenkt. Wie ein Spiegel hinter der Flamme entstand hier die erste hocheffiziente Leuchtturmlampe. Später führte die Erfindung der Argand-Lampe zu einem sieben Mal helleren Licht als dem einer Kerze. Jetzt konnten Brennstoffe wie Schmalz und Pottwaltran entzündet werden. Bis die elektrische Glühlampe gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfunden wurde, setzte man die Argand-Lampe in die Fresnel-Linse ein (ein faszinierendes Beispiel ist Belfasts Great Light).

Das goldene Zeitalter

Das 19. Jh. war das goldene Zeitalter der irischen Leuchttürme. Gründervater der Commissioners of Irish Lights, George Halpin, baute viele der am meisten bewunderten Leuchttürme unserer Küsten und verbesserte mithilfe der besten Erfindungen dieser Epoche auch ältere Gebäude.

Kerosin und Paraffin wurden in Irland vor Erfindung des Stroms in den 1930er-Jahren häufig als Brennstoff verwendet. Der Leuchtturm Donaghadee in County Down war der erste Leuchtturm, der 1934 auf der irischen Insel elektrisch betrieben wurde.

Jahrzehnte später, in den achtziger Jahren, wurde dem Leuchtturm mit Umstellung auf den mannlosen Automatikbetrieb eine neue Rolle zugeschrieben. Neben den Bemühungen um „gutes Licht“ rückte modernste Technologie in den Vordergrund. Das elektronische Automatische Identifizierungssystem (AIS) erfasst und erkennt Schiffe im Meer. Der zur Unterstützung der AIS-Funktion benötigte Sender befindet sich jedoch in unseren Leuchttürmen.

Wie die Entwicklung der Lampen selbst gehen auch die resoluten „Türme des Lichts“ stets mit der Zeit. 

Warum nicht bei einem Ausflug oder einer Übernachtung in einem der Leuchttürme von Great Lighthouses of Ireland mehr darüber erfahren?

Sie werden bald feststellen, dass eine Geschichte packender ist als die andere.

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